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Freiwillige Feuerwehr Budenheim
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Aktuelles

Heiße Ausbildung
01.12.2013
Fünf Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Budenheim waren am Samstag, den 09.11.2013 bei einem Flashover-Training bei der Firma Erhatec in Breithülen.
Bei der mit Holz befeuerten Brandbekämpfungsanlage handelt es sich um eine Kombination aus Wärmegewöhnungs- und Rauchgasdurchzündungsanlage.
Der Tag startete um 8 Uhr mit der Sicherheitseinweisung durch einen Instructor. Kurz darauf startete die Gruppe auch schon, ausgestattet mit spezieller Brandschutzkleidung und Pressluftatmern, mit ihrer ersten Übung.
In einem Container für Wärmegewöhnung, einem sogenannten offenen Brandraum, beobachteten die Teilnehmer die verschiedenen Phasen der Brandentstehung, erlernten das Lesen des Rauches und erfuhren die enorme Hitzeentwicklung in geschlossenen Räumen.

Nach einer kurzen Pause stand das Phänomen der Rauchgasdurchzündung auf dem Programm. Die Ausbilder ließen die Teilnehmer praktisch erkennen, dass alle beeinflussenden Faktoren; wie entstandene Rauchschichten, die Raumgeometrie, vorhandene Öffnungen, sowie die vorhandene Brandlast eines Feuers sich bei jeder erneuten Simulation anders entwickeln ließ.

Bei einem Zimmerbrand entstehen Verbrennungs- und Pyrolysegase, diese sammeln sich an der Zimmerdecke. Wird nun dem Raum schlagartig Sauerstoff zugeführt, entzündet sich das glimmende Brandgut schlagartig und greift schnell auf die an der Decke schwebenden Gase über. Die Entstehung eines sogenannten Rollovers zu erkennen und mit Hilfe von Rauchgaskühlung abzuwenden, war eines der Hauptziele des Trainings. Es endete mit einer imposanten Durchzündung der Rauchgasschicht über den Feuerwehrleuten. Das Highlight für die 5 Kameraden aus Budenheim an diesem Tag.

Das anschließende Strahlrohrtraining war eine gelungene Abwechslung für die aufgeheizte Truppe. Dort erlernten bzw. verbesserten die Teilnehmer die richtige Handhabung von Hohlstrahlrohren im Innenangriff und die richtige Strahlform für verschiedenste Situationen.

Nach dieser doch recht feuchten Übung ging es dann erst einmal zum Umziehen und Mittagessen zurück in den Schulungsraum. Hier wurde sich dann auch auf den Nachmittag vorbereitet. Denn für den erneuten Aufenthalt im befeuerten Brandcontainer musste jeder Teilnehmer im Vorfeld genügend Flüssigkeit aufnehmen, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.

Nach dem Mittagessen ging es erneut in die Wärmegewöhnungsanlage. Dort erlernte jeder Atemschutzgeräteträger einen Brand mit mehreren gezielten Vollstrahlen effektiv und schnell zu bekämpfen. Eine Simulation richtiger Türöffnung war der Abschluss der Ausbildung.

Der letzte Teil des Tages war eine praktische Angriffsübung, in der jeder Teilnehmer sein Erlerntes praktisch anwenden musste. Aufgrund des ausführlichen Trainings klappte auch dies hervorragend.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass dieser Tag sehr lehrreich und wertvoll für den Einsatzdienst war. Den Feuerwehrleuten wurde in diesem Training viel abverlangt. Physische und psychische Belastungen durch die enormen Temperaturen und das direkte
Erleben ungewohnter Situationen ließen zum einen Grenzen erleben und zum anderen viel Schweiß fließen. Doch die Erfahrung und die daraus resultierende Sicherheit bei Bränden in Gebäuden für die Atemschutzgeräteträger war jeden Tropfen wert. Alles in allem ein überaus gelungener Tag!
 
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