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Freiwillige Feuerwehr Budenheim
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Aktuelles

Flashover-Training absolviert
14.07.2012
Vier Feuerwehrmänner der Feuerwehr Budenheim haben am Samstag, den 14.07.2012, ein Flashover Training in der Nähe vom Ulm besucht.

Eine derart realistische Heißausbildung ist sehr zu empfehlen, da auf keine andere Art das richtige Vorgehen und Löschen bei einem Wohnungs- oder Zimmerbrand gelehrt werden kann. Aufgrund der sinkenden Zahl an Wohnungs- und Gebäudebränden in den letzten Jahrzehnten fehlt es den Feuerwehrleuten an Erfahrung und viele Fragen bleiben bis zum ersten heißen Brand offen: „Was hält meine Kleidung aus? Wie reagiert das Feuer auf Frischluftzufuhr/-abschnitt? Welchen Sprühstrahl und wie viel Wasser verwendet man?“ Erzählen kann man da viel, aber erst wenn man „live“ miterlebt, was es heißt in einer Räumlichkeit mit bis zu 500 Grad Celsius ein Feuer zu bekämpfen, versteht man die Notwendigkeit solch einer Heißausbildung. Wenn dann auch noch der Einsatzbefehl „Menschenrettung“ lautet, muss jeder Handgriff sitzen.

Am Samstagmorgen um 05:00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Breithülen in Baden-Württemberg nahe Ulm. Gegen 08:00 Uhr erreichten wir unser Ziel, ein ehemaliges Militärgelände, auf dem sich der Anbieter dieser Heißausbildung niedergelassen hat. Nach Begrüßung und Erledigung der Formalitäten (z.B. Haftungsausschluss bei Unfällen) wurden wir durch drei rußgeschwärzte Überseecontainer geführt, in welchen die Heißausbildung stattfand. Ohne Theorie ging es direkt zur Praxis. Insgesamt haben wir über den Tag verteilt vier Trainingseinheiten absolviert.
Nach dem Anlegen der Schutzkleidung und des Atemschutzgerätes ging es zum ersten Durchgang, bei dem Brandverhalten (Ausdunsten, Rauchgasdurchzündung, Feuerengel, Flashover, usw.) und Wärmegewöhnung anstand. Bei solchen extremen Temperaturen setzt man seinem Körper hohen Belastungen aus und verliert große Mengen Wasser.

Nach kurzer Pause und viel Trinken folgte die zweite Trainingseinheit mit dem Schwerpunkt des Brandphänomens „Backdraft“. Bei einem „Backdraft“ werden Rauchgase explosionsartig entzündet.
Es folgte eine längere Pause mit Mittagessen, viel Trinken und Ausruhen.

Danach folgte ein Strahlrohrtraining als Vorbereitung auf die folgenden zwei Durchläufe. Es gibt dabei einiges zu beachten: Tröpfchengröße des Wassers, Sprühbild, Durchflussmenge, Reichweite.

Bei den beiden letzten Einheiten stand das Vorgehen und effektive Löschen im Mittelpunkt. Dabei wurde der komplette Ablauf eines standardmäßigen Wohnungsbrandes durchgespielt, beginnend beim richtigen Öffnen der Wohnungstür über die fortlaufende Temperaturkontrolle mit Kühlmaßnahmen bis zum Herantasten und Löschen des Brandherds, ohne die eigene Gesundheit zu gefährden. Die Ausbildung endete gegen 16 Uhr.

Zusammenfassend wurden somit folgende Ausbildungsinhalte vermittelt:
- Strahlrohrtechniken / Strahlrohrtraining
- Möglichkeiten und Grenzen der Schutzkleidung
- Körperliche Belastungen
- Verschiedene Rauchschichten mit ihren Eigenschaften
- Rauchdurchzündungen (Entstehung, Gefahren, Auswirkungen)
- Richtiges Kontrollieren / verhindern einer Rauchdurchzündung
- Hydraulische Notentrauchung
- Unterschiede Backdraft / Flash-Over / Rauchdurchzündung

Zum Schluss möchten wir uns noch Bedanken für die Bereitstellung der nötigen finanziellen Mittel durch die Gemeinde Budenheim und bei den vier Feuerwehrmännern, die für diesen Tag ihre Freizeit geopfert und die lange Anfahrt in Kauf genommen haben.
 
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